Schneetrockenheit: Von wenig Schnee in den Alpen zu wenig Wasser in den Unterliegerregionen
Marcel Schirmer, Leiter Hydrometrie, Kanton St. Gallen Raul Wood, Forscher am Schnee- und Lawinenforschungsinstitut SLF
Zeit
Marcel Schirmer (Kanton St. Gallen) und Raul Wood (SLF) beleuchten das Thema Schneetrockenheit und geben Einblicke in ihre beruflichen Erfahrungen sowie die damit verbundenen Herausforderungen.

Inhalt
Der Winter 2024/2025 war in der (Süd-)Ostschweiz aufgrund geringer Niederschläge und überdurchschnittlich hoher Temperaturen aussergewöhnlich schneearm. In der Folge zeigte sich im Frühjahr 2025 eine ausgeprägte hydrologische Trockenheit, unter anderem mit den niedrigsten Wasserständen im Bodensee seit 1972. Der Zusammenhang zwischen einer geringen Schneemenge in den Alpen und der zeitlich verzögerten, reduzierten Wasserverfügbarkeit in den Unterliegerregionen ist wenig überraschend: Im Einzugsgebiet des Alpenrheins (Messstation Diepoldsau, SG) stammen rund 55 % des jährlichen Abflusses aus der Schneeschmelze. Die Schneedecke fungiert als natürlicher Wasserspeicher, der insbesondere während warmer und trockener Phasen fehlende Niederschläge ausgleichen kann. Bleibt der Schnee aus, steht dieses Wasser später nicht als Puffer zur Verfügung.
Schneetrockenheitsereignisse haben in den letzten Jahren sowohl an Häufigkeit als auch an Intensität zugenommen – eine Entwicklung, die sich im Zuge des fortschreitenden Klimawandels voraussichtlich weiter verstärken wird. Dies hat weitreichende Folgen für die Wasserverfügbarkeit und betrifft zahlreiche Bereiche der Wasserwirtschaft, darunter die Wasserkraftproduktion, die landwirtschaftliche Bewässerung, die Schifffahrt sowie aquatische Ökosysteme.
Programm
16.30 - 16.35 - Begrüssung
16.35 - 17.25 - Schneetrockenheit: Von wenig Schnee in den Alpen zu wenig Wasser in den Unterliegerregionen, Marcel Schirmer (Kt. St. Gallen) & Raul Wood (SLF)
17.25 - 17.40 - Diskussion