Die Bedeutung von Restwasser im Hinblick auf Neukonzessionierungen
Tobias Wechsler, WSL Steffen Schweizer, KWO
Ora
Tobias Wechsler (WSL) und Steffen Schweizer (KWO) beleuchten das Thema Restwasser und geben Einblicke in ihre beruflichen Erfahrungen sowie die damit verbundenen Herausforderungen.

Inhalt
„Restwasser sorgt für rote Köpfe“, titelte die NZZ bereits 2012. Worum geht es? Wird für die Energiegewinnung durch Wasserkraft Wasser aus einem natürlichen Gewässer ausgeleitet, muss eine Mindestabflussmenge im natürlichen Fliessgewässer verbleiben: das Restwasser. Dieses soll die ökologischen Funktionen des Gewässers sowie die Lebensräume im und am Wasser erhalten und sicherstellen. Das Restwasser bedeutet somit für die aquatischen Organismen das für deren Erhalt notwendige Minimum – für die Wasserkraft und die Netzstabilität eine Produktionsminderung.
Das Wassernutzungsrecht erhalten Wasserkraftwerke durch Konzessionen, die für maximal 80 Jahre vergeben werden können. Viele der aktuell gültigen Konzessionen laufen zwischen 2030 und 2050 ab und müssen neu verhandelt werden. Eine Neukonzessionierung regelt einerseits die Eigentumsverhältnisse der Anlagen neu; andererseits werden die seit 1975 verfassungsrechtlich verlangten angemessenen Restwassermengen verbindlich festgelegt – eine Vorgabe, die seit 1991 im Gewässerschutzgesetz verankert ist und für Anlagen, die davor konzessioniert wurden, erst mit der Neukonzessionierung rechtskräftig wird.
Die Neukonzessionierung ist somit eine richtungsweisende Verteilfrage: Wie viel Wasser steht künftig für die Wasserkraftproduktion, die Gewässerökologie und weitere Nutzungsansprüche zur Verfügung? Eine Frage, die in den kommenden Jahrzehnten von zentraler Bedeutung sein wird. Dabei sind die Bedürfnisse der Energiewende, die Ansprüche der Gewässerökologie (Biodiversität und Schutzwürdigkeit von aquatischen Arten und Lebensräumen) sowie die Klimaerwärmung zu berücksichtigen.
Programm
16.30 - 16.35 - Begrüssung
16.35 - 17.25 - Die Bedeutung von Restwasser im Hinblick auf Neukonzessionierungen, Tobias Wechsler (WSL) & Steffen Schweizer (KWO)
17.25 - 17.40 - Diskussion